Das Leben

Ein neues Haus

Haus und Einfahrt

Im letzten Frühling schrieb ich darüber, dass wir auf der Suche nach einem neuen Haus sind: Abwartend und Tee trinkend.

Im Sommer fanden wir ein neues Haus. Und zwar tatsächlich ohne eigenes Zutun. Im Gegenteil sogar. Als wir erfuhren, dass eine befreundete Familie Mieter für eine Erdgeschosswohnung in einem 2-Parteienhaus mit großem Garten sucht, gingen wir im Kopf erstmal alle Freunde und Bekannte durch, die daran Interesse haben könnten. Erst mehrere Wochen später kamen wir auf die Idee, dass es für uns interessant sein könnte.
Doch da es anders war, als wir es geplant hatten, sagten wir nach ein paar Tagen des Überlegens doch ab.

Wir wollten kaufen. Wir wollten ein ganzes Haus selbst bewohnen. Wir wollten viel Platz haben. Wir wollten im Garten Privatsphäre haben und mit niemandem teilen müssen.
Diese Wohnung war zur Miete. Mit der befreundeten Familie im Obergeschoss. Zwar einem sehr großen Garten, den man aber mit den anderen teilt. Und vor allem, war es eben eine Wohnung und sogar etwas kleiner als das Haus, das wir bis jetzt bewohnten.
Martin war dafür, doch wenigstens mal darüber nachzudenken. Vielleicht könnte es eine gute Übergangslösung sein. Um schonmal einen Garten für die Kinder zu haben. Und um mit unserem hochsensiblen Kind aus der Nordstadt rauszukommen. Und mit zwei kleinen Kindern nur eine Etage in Ordnung halten zu müssen klang auch nicht ganz schlecht.
Also überlegten wir, waren uns unsicher, baten Freunde um Rat und entschieden uns.
Dafür.

Ein Gedanke, der mir für diese Entscheidung half, war der einer Freundin. Sie sagte, sie kenne viele Leute, die 5 Jahre oder mehr an einem Ort wohnen an dem sie nicht zufrieden sind nur um das perfekte Haus zu finden. Sie würde in diesen 5 Jahren lieber in einem etwas besseren, wenn auch nicht perfekten Zuhause wohnen, anstatt 5 Jahre unzufrieden zu sein.
Das Leben besteht aus Kapiteln. Eins nach dem anderen.

Und jetzt, fast ein halbes Jahr nach unserem Umzug bin ich froh.
Froh, dass ich gerade nicht damit beschäftigt bin 170qm zu putzen.
Froh, dass ich über uns die Schritte der Nachbarn höre, wenn ich abends allein zuhause bin.
Froh, dass die Kinder draußen so viel Platz zum Spielen haben, ich aber nur die Hälfte davon pflegen muss.
Froh, dass die Kinder immer jemanden zum Spielen im Haus haben.
Nicht, dass alles perfekt ist. Aber es ist mit Abstand besser, als das was wir geplant hatten. Zumindest für jetzt gerade und die nächsten paar Jahre.
Und wenn es nicht mehr passt, dann wartet das nächste Kapitel.

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