Elternschaft

HÖR JETZT AUF ZU SCHREIEN

Schreien

Ich habe Turbo gestern angeschrien. Nicht gerufen, geschrien. Und vorgestern auch. Beim zweiten Mal passierte es viel schneller. Davor hatte ich zuletzt vor etwa einem Jahr geschrien. Ich erinnere mich noch, dass ich damals geschrien habe: „HÖR JETZT AUF ZU SCHREIEN!“. Ich weiß, macht Sinn diesen Satz zu schreien. Das ist mir dann auch aufgefallen, als ich es von mir selbst gehört habe. Dann war das Thema „Schreien als Erziehungsmaßnahme“ auch erstmal erledigt und ich habe es bis vor ein paar Tagen geschafft mich und meine Ungeduld zu kontrollieren. Es sind nämlich meine Ungeduld, meine Laune, meine Erschöpfung und meine Sorgen die mich zum Schreien bringen. Sein Verhalten ist nur der Auslöser, der das zum Vorschein bringt.
Ich kann jetzt auch aus Erfahrung sagen: Schreien bringt nichts. Obwohl, doch. Es bringt Unfrieden und Angst. Ich habe mich bei ihm entschuldigt. Aber vergessen konnte ich es nicht einfach so. Ihm ging es genauso. Ich kann mich entschuldigen, aber wenn mein Verhalten Schaden angerichtet hat, ist der nicht einfach durch eine Entschuldigung beseitigt. Meine Entschuldigungen bewahren nur ihren Wert, wenn mein Verhalten sich danach ändert.
Vielleicht klingt das alles für dich nicht so dramatisch, aber für mich war es dramatisch. Er hat sich erschreckt, in dem Moment, auch vor mir. Ich bin sein sicherer Ort und das will ich auch bleiben.
Natürlich ist es normal, dass ich nicht immer alles perfekt mache. Meine Kinder dürfen ruhig wissen, dass ich auch nur ein Mensch bin. Aber ich habe den Anspruch an mich, dass meine äußeren Umstände nicht immer einfach so meine Laune beeinflussen sollen. Und dabei merke ich, wie wichtig es ist, dass ich auf mich achte und darauf, dass ich Frieden in mir habe. Nur dann kann ich gut für meine Kinder da sein. Das ist herausfordernd, wenn man den ganzen Tag damit beschäftigt ist sich um die Bedürfnisse eines Einjährigen und Vierjährigen zu kümmern und dazu einen verletzten Mann hat, der auch nach Feierabend nicht viel tun kann (meinen größten Respekt allen Alleinerziehenden!). Zur Zeit ist es nicht möglich, dass ich mich zwischendurch zurückziehe und mich nur um meine Bedürfnisse kümmere. Ich muss Wege finden, wie ich IN diesem Chaos auftanken kann.

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
// Jesus Christus //

Abends habe ich mich zu Turbo ins Bett gelegt. Da hat er zu mir gesagt: „Ich hab dich lieb. Ich hab dich immer lieb. Auch wenn du blöde Sachen machst.“

    4 Kommentare

  • muriel 4. Mai 2017 Antworten

    😘

  • Sarah 4. Mai 2017 Antworten

    Oh der tolle Turbo. Der hat schon ganz viel verstanden. Und ganz viel Liebe in seinem Herzchen. Unter anderem dadurch, dass du seine Mama bist. 🙂

    • Daphné 4. Mai 2017 Antworten

      Vielen Dank du!!

  • […] fehlt an Frieden zwischen den Eltern, Frieden gegenüber den Kindern und vielleicht am meisten fehlt es an Frieden in und mit uns […]

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