Gott im Alltag

Hundefurcht, Gottesfurcht und Menschenfurcht

Ich habe Angst vor Hunden. Als ich ein Kind war, wurde meine Schwester mal sehr schlimm von einem Hund gebissen. Ich nehme dieses Erlebnis bis heute ganz gerne als Alibi für meine Zurückhaltung, was Hunde angeht. Hinzu kommt die Angst von ihnen angesabbert, angesprungen oder vollgehaart zu werden.
Wenn ich als Kind mit einer Freundin von mir durch die Straßen lief und wir einem Hund begegneten, vor dem ich Angst hatte, sagte sie: „Ich habe keine Angst vor Hunden, ich habe Respekt.“ Ich glaube sie hatte auch Angst, sie wollte es nur nicht zugeben.

„Respekt“, das war auch die Antwort, wenn ich früher jemanden gefragt habe, was denn der Begriff Gottesfurcht bedeutet. Vor Gott soll man Respekt haben. In dem Zusammenhang machte das für mich nie wirklich Sinn. Entweder ich muss vor Gott Angst haben und dann können wir es auch beim Namen nennen und brauchen kein beschönigendes Wort wie „Respekt“ zu benutzen, oder ich muss vor Gott keine Angst haben. Und so habe ich mich meist von diesem Thema ferngehalten, weil die Erklärungen die ich bekam, nicht zu dem Gott passten, den ich kennengelernt hatte. Vor dem Gott den ich kannte musste ich keine Angst haben und Respekt WOLLTE ich ihm geben, weil ich ihn als respektwürdig wahrnahm, nicht weil er den Respekt von mir einforderte.

Vor ein paar Monaten musste ich eine Entscheidung treffen, die zwar nicht sehr wichtig war, in der ich aber etwas in mir wahrgenommen habe: Menschenfurcht. Menschenfurcht ist nicht die Angst vor Menschen, sondern die Angst vor dem, was Menschen über mich und meine Entscheidungen denken. Ich bemerkte, dass diese Menschenfurcht dafür sorgen konnte, meine Entscheidungen zu beeinflussen. Wenn ich bestimmten Personen gefallen möchte, entscheide ich mich so wie ich denke, dass es ihnen gefällt. Ich könnte mich jeden Tag damit beschäftigen, was andere wohl über mich und mein Leben denken.
Und als ich mir über meine Entscheidung und den Einfluss, den diese Menschenfurcht darauf haben könnte Gedanken machte, fiel mir auf: Gottesfurcht ist wie Menschenfurcht!
Gottesfurcht bedeutet, dass das, was Gott über mich denkt, das ist was mich leitet, meine Entscheidungen beeinflusst und mein Denken bestimmt. Gottesfurcht habe ich, wenn das, was Gott denkt mir wichtiger ist als das, was Menschen über mich denken.

Ich kann nicht beides gleichzeitig fürchten, Gott und Menschen.
Gottesfurcht vertreibt die Menschenfurcht.

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