Gott im Alltag

Kann Gott heilen?

Vor zwei Jahren hatte ich eine Lungenentzündung mit Rippenfellentzündung und Brustbeinentzündung. Ja, dementsprechend ging es mir auch. Eines Abends betete ich intensiv dafür, dass Gott mich heilt. Ich glaubte grundsätzlich daran, dass Gott heute immer noch heilt, so wie es in der Bibel beschrieben ist und hatte auch schon in meinem Umfeld erlebt, dass Menschen, nachdem für sie gebetet wurde plötzlich gesund geworden waren. Aber nicht oft und nicht immer. An diesem Abend war Gottes Gegenwart so greifbar und mein Glauben in dem Moment so stark und unantastbar, dass er übernatürlich schien.
Aber ich war nicht geheilt.
Mir wurde bewusst, dass es nur zwei Optionen gibt:
Entweder all das was ich gerade wahrnehme, der übernatürliche Glaube, die Gegenwart Gottes und alles andere, bei dem ich Gottes Wirken und Heilen in meinem Leben bereits erlebt hatte war real und somit stimmte es auch, dass ich sofort geheilt werden könnte, oder ich bildete mir alles nur ein, die Gedanken und Gefühle, die von Gott zu sein schienen waren aus mir heraus, weil ich nur fest genug daran geglaubt hatte und jedes Wirken Gottes, dass ich in meinem Leben oder im Leben anderer gesehen hatte war doch nur eine Ansammlung von Zufällen gewesen.
Diese Gedanken, die mir gerade bewusst geworden waren, entstanden nicht aus Zweifeln oder Unsicherheit, sondern ich spürte eine Gewissheit, dass entweder das eine oder das andere zu 100% stimmt.
Genau in diesem Moment kam mir eine Geschichte aus der Bibel in den Sinn.
Es ist die Geschichte des Gelähmten, der von seinen Freunden zu Jesus gebracht wurde.

Markus 2,1-12
Nach einigen Tagen kehrte Jesus nach Kapernaum zurück. Es sprach sich schnell herum, dass er wieder im Haus des Simon war. Viele Menschen strömten zusammen, so dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war.
Da kamen vier Männer, die einen Gelähmten trugen. Weil sie wegen der vielen Menschen nicht bis zu Jesus kommen konnten, deckten sie über ihm das Dach ab. Durch diese Öffnung ließen sie den Gelähmten auf seiner Trage hinunter. 
Als Jesus ihren festen Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ 
Aber einige der anwesenden Schriftgelehrten dachten: „Das ist Gotteslästerung! Was bildet der sich ein! Nur Gott allein kann Sünden vergeben.“ 
Jesus durchschaute sie und fragte: „Wie könnt ihr nur so etwas denken! Ist es leichter zu sagen: ‚Dir sind deine Sünden vergeben‘ oder diesen Gelähmten zu heilen? Aber ich will euch zeigen, dass der Menschensohn die Macht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.“ Und er forderte den Gelähmten auf: „Steh auf, nimm deine Trage, und geh nach Hause!“ 
Da stand der Mann auf, nahm seine Trage und ging vor aller Augen hinaus. Fassungslos sahen ihm die Menschen nach und riefen: „So etwas haben wir noch nie erlebt!“ Und alle lobten Gott.

Jesus vergibt dem Gelähmten seine Sünden. Ich frage mich, was der Gelähmte davon hielt, da er offensichtlich wegen etwas anderem gekommen war, aber naja. Die Schriftgelehrten empören sich darüber, dass Jesus denkt den Gelähmten erretten zu können.
Jesus sagt daraufhin: Ich kann ihm nicht nur die Sünden vergeben, ich kann ihn auch heilen. Das eine zeigt, dass ich das andere kann.
Das war mein Schlüssel.
Wenn ich glaube, dass Gott mir die Sünden vergeben kann, dann muss ich auch glauben, dass er mich heilen kann. Wenn ich das eine nicht glauben kann, dann brauche ich auch das andere nicht zu glauben. Jesus selbst stellt diesen Zusammenhang her.

Auch wenn ich nicht weiß, warum ich an dem Abend nicht geheilt wurde, kann ich das, was ich bisher mit Gott erlebt habe nicht leugnen. Ich kann nicht so tun, als wäre es alles Zufall gewesen. Ich rede mit ihm und er redet mit mir. Ich kann auf den Frieden, den ich habe, wenn ich mit ihm verbunden bin, in meinem Leben nicht verzichten. Gott ist alles was ich will und brauche. Er hat meine Last getragen und tut es jeden Tag. Es geht mir nicht nur um den Himmel irgendwann. Ich brauche ihn heute, jeden Tag.
Er hat mir meine Sünden vergeben. Also kann er mich auch heilen.

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