Gott im Alltag

Keine Angst vor Bauchkrämpfen

Mit der Verdauung ist es ja so. Unser Körper braucht Nahrung um zu funktionieren. Bevor wir etwas essen, schauen wir uns das Essen meist einmal an, vorallem wenn wir an dem Essen etwas Merkwürdiges sehen oder riechen. Wenn kein Schimmel in Sicht ist, essen wir es. Unser Körper behält was ihm gut tut und was er braucht und der Rest wird fachmännisch entsorgt. Falls ein Nahrungsmittel dann doch nicht mehr gut war oder sogar eine übersehene schlimmelige Stelle hatte wird der Körper dafür sorgen, dass das Essen den Körper schnellstmöglichst wieder verlässt, wenn es sein muss auch mit Abkürzung.
Und dann gibt es noch Essen, das mir besser schmeckt und Essen, das mir weniger schmeckt.

Bis vor ein paar Jahren war ich eher ängstlich, was bestimmte Themen, Inspirationsquellen, Menschen oder Lehren anging. Ich bin sehr sensibel, was das Übernatürliche angeht und hatte Angst mich für etwas zu öffnen, was vielleicht nicht von Gott kommt und dadurch einen schlechten Einfluss auf mich haben könnte. Diese Haltung wurde wahrscheinlich auch durch die christlich-konservative Prägung verstärkt, die ich bis zu meinem siebten Lebensjahr mitbekommen habe. Dort wurde die Einstellung vermittelt: Wir kennen die ganze Wahrheit. Wenn andere etwas anderes Glauben ist es falsch und was falsch ist, ist vom Teufel. Eigentlich war das Meiste an diesem Glauben von Angst geprägt. Man entschied sich für den Glauben an Gott, weil regelmäßig davon gesprochen wurde, dass man ansonsten in der Hölle landet, man betete aus Angst davor, dass man Gott sonst nicht gefällt und musste mit allen Mitteln versuchen, sich vor Irrlehren zu schützen.
Wenn ich also, auch als Erwachsene noch, Predigten von einer bestimmten Person hörte und die Person dann zu manchen biblischen Themen einen anderen Standpunkt vertrat als ich es gelernt hatte, begann meine Skepsis und meist dauerte es nicht lange, bis ich mir garnichts mehr von ihr anhörte. Das gleiche passierte mit Büchern, Gemeinden und Menschen.

Doch irgendwann begann ich mir Gedanken darüber zu machen, dass Gott sagt, dass in ihm keine Angst ist. Oder dass Jesus sagt, dass seine Schafe seine Stimme hören. Oder dass Jesus in mir lebt. Und dass Paulus sagt, dass wir alles prüfen sollen und das Gute behalten sollen. Diesen Satz habe ich häufig anders gelebt. Entweder: Prüft alles! Oder: Prüft alles und wenn ihr etwas Falsches findet, verwerft alles.
Mit meiner ängstlichen Haltung traute ich dem Teufel mehr zu, mich vom richtigen Weg abzubringen als ich Gott zutraute, mir weiterhin den richtigen Weg zu zeigen.

Es war allerdings nicht nur die Angst der Grund, dass ich mich von bestimmten Menschen oder Bewegungen nicht inspirieren ließ, sondern auch mein Geschmack. Ich konnte es zum Beispiel nie wirklich leiden, wenn Prediger in Gemeinden das Rampenlicht suchten und total darin aufgingen auf der Bühne zu stehen. Ich hatte dabei oft das Gefühl, dass sie vor allem deshalb predigen, weil sie die Anerkennung und den Applaus liebten. Um ehrlich zu sein geht es mir immer noch so. Aber gleichzeitig habe ich schon mehrfach erlebt, dass Gott auch durch diese Predigten zu mir gesprochen hat oder ich sehe, dass andere Menschen dadurch inspiriert werden. Auch wenn Blumenkohl mir nicht schmeckt, wird mein Körper etwas daraus verwenden können. Wenn ich mich nur von Leuten inspirieren lasse, die meinem Geschmack entsprechen, verringere ich die Wege, durch die Gott zu mir sprechen kann.

Ich möchte sehen was Gott tut und durch sein Reden inspiriert werden. Damit das passiert, schaue ich mir mein Inspirationsessen an und wenn nicht offensichtlich Schimmel dran ist esse ich es und ziehe das daraus, was gerade gut für mich ist.

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