Elternschaft

Mein Martin

Nach Valentinstag ist vor seinem Geburtstag, deshalb schreibe ich heute über ihn:
Martin.
Seine Liebessprachen sind nicht Lob oder Anerkennung, deswegen bin ich mal gespannt, ob er das hier überhaupt bis zum Ende lesen wird.
Da wären wir auch schon bei einer Eigenschaft, die ich an ihm bewundere. Er braucht nicht die Anerkennung von Menschen um glücklich zu sein. Er nimmt Lob an und lässt sich von dem Zuspruch anderer ermutigen, aber verschwendet keine Sekunde damit sich darüber zu sorgen, was andere über sein Tun und Sagen denken könnten.
Er ist sanftmütig. Und geduldig. Außer nachts, wenn ihm jemand seinen Schlaf raubt.
Es geht ihm nicht um ihn selbst. Er muss nicht im Mittelpunkt stehen, aber wenn man ihn in den Mittelpunkt stellt, nutzt er die Aufmerksamkeit um alle zum Nachdenken oder zum Lachen zu bringen.
Er braucht kein Geld um sich sicher zu fühlen, aber wenn er Geld hat, dann ist er großzügig zu sich selbst und zu anderen.
Ich lerne von ihm, was es bedeutet demütig zu sein. Sich nichts darauf einzubilden wenn Menschen einen loben, aber sich gleichzeitig nicht in einem kleinen Loch zu verstecken, als ob man nichts zu geben hätte.
Außerdem ist er verrückt. Er ist nicht ganz normal. Das glauben mir einige, die ihn oberflächlich kennen vielleicht nicht, weil sie ihn meist als zurückhaltend, bedacht und friedfertig erleben. Aber wenn er sich wohl fühlt, dann kommen sie zum Vorschein, diese kleinen falsch verknüpften Synapsen. Dann macht er morgens das Fenster auf und ruft laut: „GUTEN MOOORGEN, FRAU NACHBARIN!“. Und er tanzt jeden Tag für uns. Gerne auch wie eine Ballerina. Alles Weitere kann ich nur schwer beschreiben, weil es nicht möglich ist solches Verhalten in Worte zu fassen. Unsere Kinder finden das alles ganz normal. Danke dafür, Martin.
Als ich ihn in unserer ersten Schwangerschaft fragte, was er sich wünscht, was unsere Kinder von ihm lernen sollen, war seine Antwort: „Alle Menschen zu lieben.“ Und das lebt er unseren Kindern vor. Vom Stadtbettler bis zum Bürgermeister, würde er jedem seine Aufmerksamkeit und Wertschätzung vermitteln. Naja, vielleicht würde er den Stadtbettler etwas bevorzugen.
Er gibt jedem Menschen eine Chance, immer wieder neu.
Er sucht neue Wege um Gott ohne Zwang und Gesetzlichkeit zu begegnen. Darin wird er noch vielen Menschen ein Vorbild sein. Spätestens wenn er sein erstes Buch geschrieben hat.
Deine Kinder lieben und bewundern dich.
Und ich bin dankbar, dass ich deine Frau sein darf und dass du der Vater meiner Kinder bist!

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