Elternschaft

Reich-Gottes-Mama

Es ist Abend, mein dreijähriger und mein vier Monate alter Sohn liegen im Bett und schlafen. Und wieder frage ich mich: Was hab ich heute eigentlich gemacht? Am Ende des Tages ist einfach nicht viel passiert, außer Essen machen, spielen, Spielzeug wegräumen und Freunde auf dem Spielplatz treffen. Und wenn der Tag richtig gut war, habe ich es vielleicht sogar geschafft Essen einzukaufen. Ich kann dieses Leben zwar meist genießen, aber ein großer Beitrag für Gott und seine Ideen für diese Welt scheint es nicht zu sein.
Doch dann lese ich folgenden Satz: „Wenn du etwas für das Reich Gottes tun willst, dann baue keinen Dienst auf, sondern baue eine Familie.“
Wenn ich Familie baue, baue ich das Reich Gottes.
Das Reich Gottes ist alles, bei dem Gottes Denken und Wirken, Menschen und die irdische Realität beeinflusst und damit den Himmel auf der Erde sichtbar werden lässt.
Sofort fallen mir Situationen ein, in denen ich Zuhause das Reich Gottes sichtbar machen kann. Wenn eine Freundin mir von einer schweren, fast hoffnungslosen Situation mit der Familie erzählt und ich ihr echte Hoffnung zusprechen kann. Wenn eine Nachbarin mir von Schmerzen erzählt und ich für sie für Heilung bete. Wenn ich in einem Gespräch etwas unpassendes gesagt habe und mich dafür entschuldige. Wenn ich trotz schwerer Umstände Freude und Hoffnung habe.
Und nicht nur, dass ich das Reich Gottes lebe. Ich bringe gleichzeitig zwei weiteren Menschen, meinen Kindern bei, wie Gott und sein Wirken in unserem Leben sichtbar werden können.
In dem Moment nehme ich mir etwas vor: Ich will jeden Tag etwas tun, woran meine Kinder verstehen können, was das Reich Gottes ist.
Einen Tag später habe ich direkt die Gelegenheit dazu.
Da ich Schlafmangel (und wahrscheinlich Hunger) habe, bin ich schnell genervt. Das spürt dann leider meist zuerst mein älterer Sohn. Seine Warum-Fragen nerven mich, er steht ständig genau in meinem Weg und dann fällt ihm auch noch ein Glas Apfelsaft auf den frisch gewischten Boden. Während ich genervt mit ihm rede wird mir bewusst, dass er sich wie ein ganz normales dreijähriges Kind verhält und ich ihm nichts vorzuwerfen habe. Mir fällt mein Vorsatz von gestern ein und ich denke: Wenn ich jetzt das Reich Gottes vorleben will, muss ich Buße tun. Ich gehe zu ihm hin, schaue ihm in die Augen und sage: Entschuldigung, dass ich dich die ganze Zeit so anmeckere. Du hast nichts falsch gemacht und du bist nicht schuld daran, dass ich genervt bin. Ich darf nicht so mit dir reden.“
Für ihn ist direkt alles wieder in Ordnung und er lebt mir vor, wie man vergibt.

    5 Kommentare

  • Regina 10. Januar 2017 Antworten

    Wow. Das ist ehrlich und ermutigend für hoffentlich alle die das lesen. Ich freue mich über weitere Gedanken – Reich Gottes- leben- weitergeben….
    Gott segne Dich!! Du bist eine tolle Frau und Mama…
    Liebe Grüße Regina

  • Sara B 10. Januar 2017 Antworten

    Total schön! Danke für die Ermutigung!!

  • Hanna 10. Januar 2017 Antworten

    Ahhh Caro das passt grad perfekt!! Vielen Dank für deine guten Gedanken! Drück dich gedanklich, die Hanna

  • […] dich darum?“, frage ich. Sofort kommt mir ein Bibelvers in den Sinn: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere zufallen.“ In einer anderen […]

  • AMELIA 10. Januar 2017 Antworten

    Das sind so schöne Gedanken – und sehr wahr! Hat mich gerade sehr berührt beim Lesen… Danke :-)!

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