Gott im Alltag

Will Gott heilen?

Wunde eines Kindes

Wer schon einmal in der Bibel in den Evangelien oder der Apostelgeschichte gelesen hat, dem ist sicher die ein oder andere Begebenheit aufgefallen, in der Jesus oder einer seiner Nachfolger Menschen von Krankheiten geheilt haben. An mehreren Stellen steht sogar, dass die Menschen sehr viele Kranke zu Jesus brachten wenn sie ihn irgendwo sahen und das er sie alle heilte.

Vor einigen Wochen habe ich darüber geschrieben ob Gott heilen kann. Wenn ich von Heilung rede, meine ich jede Art von Heilung. Körperliche, Seelische, welche auch immer nötig ist um ganzheitlich heil zu sein. Heilung die von Gott kommt schließt für mich auch die Medizin nicht aus. Ich danke Gott für den medizinischen Fortschritt, Ärzte, Krankenhäuser und alles was dazu gehört. Ich bin mir sicher, Gott fühlt sich nicht davon angegriffen, dass Ärzte heutzutage vieles heilen können, was früher nur Gott möglich war.
Doch auch wenn ich glaube, dass Gott theoretisch die Fähigkeit besitzt zu heilen, sagt das noch lange nichts über seinen Umgang mit dieser Kraft aus.
Ich habe früher selber oft gebetet: „Gott, wenn du es willst, dann heile bitte die Person.“ Diese Formulierung impliziert, dass es sein kann, das Gott nicht möchte, dass eine Person gesund wird. Auch die Einstellung, dass Gott bewusst Krankheiten oder schwere Lebensumstände schickt, damit wir daraus etwas lernen können ist eine Sichtweise, die mir schon oft begegnet ist, die ich vielleicht auch selbst schon geglaubt habe.

Um heraus zu finden was Gott möchte, ist es sinnvoll sich Gott und seine Umgebung einmal anzusehen. Im Buch Offenbarung ist über den Himmel beschrieben, dass es dort keine Tränen, keinen Tod, kein Leid, keine Schmerzen und keine Angstschreie geben wird. Im Himmel, in Gottes Gegenwart gibt es keine Schmerzen, keinen Tod und keine Tränen. Das ist die natürliche Realität, die aus Gottes Anwesenheit fließt. Krankheit, Schmerz und Angst sind nicht in Gottes Repertoire. Wieso sollte er auf Werkzeuge zugreifen, die seinem Wesen entgegengesetzt sind?
Ich kenne nicht wenige Christen, die davon ausgehen, dass Gott uns Krankheiten und andere Nöte bewusst erleben lässt, damit wir daraus etwas lernen.
Nehmen wir einmal Krebs. Könnte es sein, dass Gott einem Menschen unheilbaren Krebs gegeben hat, damit er die letzten Monate seines Lebens bewusster und auf Gott ausgerichtet lebt, oder damit der Tod dieser Person ein Zeugnis für andere Menschen ist, damit sie Gott kennenlernen, oder damit die hinterbliebene Familie danach mehr Zusammenhalt erlebt, durch den gemeinsamen Verlust?
Jetzt stell dir einmal vor Gott wäre ein Mensch. Sagen wir mal er wäre ein Familienvater und hätte einen Teenagersohn, der einen ungesunden und gefährlichen Lebensstil führt. Der Vater würde seinem Sohn gerne dabei helfen wieder die richtige Lebenseinstellung zu haben und ihn vor schlimmerem Leid beschützen. Der Vater sorgt also dafür, dass dem Sohn ein Unfall passiert in welchem der Sohn sich verletzt. Er ist nur leicht verletzt, aber schwer genug, sodass die Lektion klar und die Perspektive wieder zurecht gerückt ist. Der Plan ist aufgegangen.
So ein Vater würde in Deutschland sofort ins Gefängnis kommen. Ihm würde ganz sicher das Sorgerecht entzogen werden. Aber Gott trauen wir so etwas zu? Er dürfte das machen und wir sollen ihn gleichzeitig als liebenden Vater bezeichnen?

Gott ist gut! Er ist ein liebender Vater. Er will uns das Leben im Überfluss schenken. Gott ist so gut, dass er selbst die schlimmsten Situationen zu etwas Gutem wenden kann und uns daran etwas zeigen kann, wenn wir es möchten. Ihm deshalb aber die Schuld an diesen schlimmen Dingen zu geben, nimmt ihn aus der Position des Beistands und setzt ihn zu Unrecht auf die Anklagebank.

Was ich hier schreibe klärt noch nicht die Frage weshalb nicht immer Heilung eintritt wenn wir dafür beten. Doch nur weil ich nicht erlebe, dass Heilung durch Gebet passiert werde ich nicht anfangen zu glauben, dass Gott deshalb nicht heilen kann oder möchte. Ich werde meine Theologie nicht meinen Erfahrungen anpassen nur um einen inneren Konflikt zu vermeiden.
Gott kann heilen und möchte heilen. Das ist seine Natur.

    3 Kommentare

  • Andreas Timmler 7. April 2017 Antworten

    Amen dazu, Caro! Dieses Thema bewegt mich seit Jahren und ich kann Dir in Deinen Gedanken nur zustimmen. Gott ist ein guter Vater und ja, Jesus heilt auch heute noch. Be blessed!

    • Daphné 7. April 2017 Antworten

      Vielen Dank, Andreas!

  • […] Wenn du sagst, dass Gott nichts unmöglich ist, du aber keinen Glauben für körperliche, seelische oder zwischenmenschliche Wiederherstellung hast, ist das nicht glaubwürdig. Wenn du sagst, dass […]

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