Elternschaft

Zwei Sätze, die unsere Ehe gerettet haben

Ich muss direkt am Anfang gestehen, dass unsere bald achtjährige Ehe nie kurz vor dem Aus stand. Trotzdem hat sich vor wenigen Jahren etwas verändert, als wir angefangen haben zwei bestimmte Sätze in unsere Streitgespräche einzuführen.
Vielleicht kennen das auch andere Paare. Man unterhält sich über eine Situation in der einen etwas gestört hat, was der Partner gesagt oder getan hat und eh man sich versieht entsteht ein hin und her zwischen „Das war richtig doof von dir“ und „Ich weiß garnicht was du für ein Problem hast“.
Ich kann mich nicht erinnern, worüber wir sprachen, aber irgendetwas war passiert. Ich glaube Martin hatte irgendetwas auf eine bestimmte Art und Weise erledigt, die ich nicht sinnvoll fand. Es war nichts Schlimmes, aber als ich es ihm sagte und darüber reden wollte, fühlte Martin sich, nicht ohne Grund, angegriffen und fing an sich zu verteidigen. Je mehr er sich verteidigte, desto mehr versuchte ich meinen Punkt deutlich zu machen und das führte wiederum zu einer noch stärkeren Abwehrhaltung seinerseits. Er hatte wenig Verständnis für meinen Einwand und erklärte kurz wieso er es so gemacht hatte. Da ich mich nicht verstanden fühlte, wurde meine Art ihm mein Anliegen zu erklären nicht unbedingt sanfter.
Nachdem wir beide nichts mehr sagen wollten und uns anschwiegen, gab es für mich ein Problem.
Er hatte recht.
Nach seiner Erklärung konnte ich verstehen wieso er seine Vorgehensweise sinnvoller fand. Aber er hatte sich nicht für meine Gedanken und Bedürfnisse interessiert. Das war jetzt mindestens genau so schlimm wie der Ausgangspunkt. Doch die reife Daphné sagte mir, dass ich es ihm sagen muss. Beleidigt sein gefiel mir zwar besser als meinen Fehltritt zuzugeben, aber irgendwie konnte ich mich dann doch überwinden und sagte die beiden Sätze, die ab dann unsere Kommunikation immer wieder schlagartig neu ausgerichtet haben:
„Stimmt, du hast recht. Entschuldigung, dass ich das so gesagt habe.“
Was dann passierte konnte ich nach der Diskussion der letzten halben Stunde selbst nicht glauben.
Er sagte: „Ja, aber ich verstehe schon was du meinst. Da hab ich wirklich nicht an alles gedacht.“
Plötzlich gab es keinen Kampfring mehr. Auf einmal waren wir nicht mehr gegeneinander, sondern hatten ein gemeinsames Ziel: uns. Jetzt ging es uns darum, den anderen zu verstehen und ernstzunehmen. Zum ersten Mal an diesem Abend, machte unser Gespräch Sinn, weil wir für zukünftige Situationen dazu lernen wollten.
Seitdem ist unsere Kommunikation bei Meinungsverschiedenheiten völlig anders. Wir sprechen alles an was uns stört, aber mit dem Ziel zueinander zu finden… meistens zumindest.

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